
Öllampe
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Wal-Öllampe
Öllampe: Auswahl nach Verwendungszweck, Brennstoff und Helligkeit
Eine Öllampe erzeugt Licht durch die Verbrennung einer Flüssigkeit, die per Kapillarwirkung in einen Docht geleitet wird. Das Prinzip hat sich seit den Talglampen der Jungsteinzeit nicht verändert, doch die Materialien, Brennstoffe und Durchflussmengen wurden im Laufe der Jahrtausende verfeinert. Heute teilt sich der Markt in zwei klar voneinander abgegrenzte Produktfamilien: dekorative Innenraumlampen, die mit flüssigem Paraffinöl betrieben werden, und Sturmlaternen, die für den Außenbereich oder bei Stromausfällen konzipiert sind.
Paraffinöl oder Kerosin: Die Wahl des Brennstoffs entscheidet über alles
Flüssiges Paraffinöl (auch Weißöl oder desodoriertes Lampenöl genannt) ist heute der Standardbrennstoff für Innenraumlampen. Es verbrennt sauber, ohne bei der Verwendung einen wahrnehmbaren Geruch zu verursachen, und hat einen Verbrauch zwischen 15 und 30 ml pro Stunde, je nach Dochtlänge. Es ist bei Raumtemperatur nicht brennbar (Flammpunkt um 61 °C gemäß der Norm EN 14066), wodurch es deutlich sicherer zu lagern ist als herkömmliches Kerosin.
Kerosin (Lampenöl) ist nach wie vor der Brennstoff für Sturmlaternen vom Typ Feuerhand oder Dietz, zwei Hersteller, die diese Produkte seit 1893 bzw. 1840 produzieren. Diese Laternen verbrauchen etwa 40 bis 60 ml/Stunde und sind dank ihres geschlossenen Tanks und ihres röhrenförmigen Glases wind- und regenfest. Für den Einsatz beim Camping, auf Baustellen oder zur Notfallvorsorge sind sie hinsichtlich ihrer Leuchtdauer unübertroffen: Ein 150-ml-Tank reicht bei Nennleistung für 3 bis 4 Stunden.
Dekorative Öllampe für den Innenbereich: mundgeblasenes Glas, Messing und austauschbare Behälter
Dekorative Lampen zeichnen sich vor allem durch ihren sichtbaren und oft besonders hervorgehobenen Tank aus. Bei den Modellen aus mundgeblasenem Glas ist der Ölstand sichtbar und sie strahlen ein leicht bernsteinfarbenes Licht aus. Die Ausführungen aus patiniertem Messing oder Kupfer greifen die Stilmerkmale der Petroleumlampen des 19. Jahrhunderts auf, mit einem Brenner mit flachem Docht von 1 cm oder 1,5 cm, je nach Modell. Die Breite des Dochtes bestimmt direkt die Flammenfläche und damit die Leuchtkraft: Ein flacher Docht von 2,5 cm kann das Äquivalent von 12 bis 15 Watt warmem Licht erzeugen, was ausreicht, um einen Tisch für 6 Personen zu beleuchten.
Der Durchmesser des Brenners ist nicht einheitlich. Brenner mit 14 mm und 20 mm sind am gängigsten, doch sollte man vor dem Kauf eines Ersatzmodells die Kompatibilität prüfen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Flache Baumwolldochte lassen sich in 2 Minuten austauschen, kosten weniger als einen Euro pro Stück und müssen gerade (nicht schräg) abgeschnitten werden, um eine stabile Flamme ohne Hotspot zu gewährleisten.
Öllampe für Terrasse und Außenbereich: Zitronengras, Bioethanol und Wasserdichtigkeit
Für den Außenbereich sind zwei Varianten besonders interessant. Fackeln und Gartenlampen mit Citronellaöl verbinden Beleuchtung und Mückenabwehr in einem Umkreis von etwa 3 Metern – ein bescheidenes, aber reales Ergebnis. Ihr Tank muss groß genug sein (mindestens 200 ml), um einen Abend ohne Nachfüllen zu überstehen, und die Flammenabdeckung muss stabil sein: Eine Fackel, die mit einer Ölkerze umkippt, stellt auf einer Holzterrasse eine echte Brandgefahr dar.
Bioethanol-Lampen fallen vom Verwendungszweck her in dieselbe Kategorie, funktionieren jedoch anders: kein Docht, Brenner mit direkter Verdunstung, höhere und lebhaftere Flamme. Der Verbrauch liegt je nach Brenner bei 200 bis 400 ml/Stunde, und die abgegebene Wärme ist deutlich höher als bei einer Paraffinlampe. Für den rein dekorativen Einsatz im Außenbereich sind sie gut geeignet. In schlecht belüfteten Innenräumen erfordern sie einen Raum von mindestens 20 m² und einen Zugang nach draußen.
Auswahlkriterien je nach Verwendungszweck
- Dekorative Nutzung auf dem Tisch: Glasbehälter 150–300 ml, flacher Docht 1–1,5 cm, weißes Paraffinöl, aufschraubbarer Messingbrenner
- Lange Betriebsdauer (Camping, Stromausfall): Feuerhand 276 oder Dietz 76 Kerosin-Sturmlaterne, Stahlbehälter, runder Docht 7/8″, windbeständig bis Windstärke 8
- Mückenschutz für die Terrasse: Citronella-Fackel mit beschwertem Sockel, Behälter ≥ 200 ml, integrierter Windschutz, Mindestabstand von 50 cm zu brennbaren Materialien
Wartung einer Öllampe: Docht, Behälter und Brenner
Eine Lampe, die rußt, schwarzen Rauch erzeugt oder verbrannt riecht, weist fast immer auf einen zu hohen Docht hin (mehr als 3 mm sichtbare Flamme über dem Brenner) oder auf einen an der Oberfläche verkohlten Docht. Die Korrektur dauert 10 Sekunden: Docht absenken, ausblasen, die verkohlte Spitze mit einer Schere abschneiden. Lassen Sie den Docht niemals bis an den Rand des Brenners abbrennen: Die Hitze beschädigt den Tank und kann zu Rissen im gehärteten Glas führen.
Die Reinigung des Behälters erfolgt bei regelmäßiger Nutzung der Lampe alle 2 bis 3 Monate mit 70°-Alkohol. Die Rückstände aus polymerisiertem Paraffin am Boden des Behälters blockieren die Kapillarwirkung des Dochtes und verringern die Leuchtkraft nach und nach, oft ohne dass der Benutzer die Ursache dafür erkennt. Ein sauberer Behälter und ein neuer Docht reichen in 90 % der Fälle aus, um eine alte Lampe wieder in einen optimalen Betriebszustand zu versetzen.
Kompatibilität zwischen Marken und Brennern
Auf dem Markt sind Ersatzbrenner für nahezu alle Standardhalsformen erhältlich (20-mm-Gewindehals, sogenannter „amerikanischer Hals“, kurzer 14-mm-Hals, sogenannter „europäischer Hals“). Lampen der Marken Paulmann, Höfats oder Firefly verwenden markenspezifische, nicht austauschbare Brenner, sodass die Teile direkt beim Hersteller bestellt werden müssen. Bei älteren Modellen ohne erkennbare Marke ist das Messen des Innendurchmessers des Sockels mit einem Messschieber vor jeder Brennerbestellung die einzige zuverlässige Methode.